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Stoneman Miriquidi - Klappe die Zweite

Aktualisiert: 3. Apr 2019



Bereits im Jahr 2014 waren vier Diakonie- Mountainbiker im Erzgebirge um den sogenannten „Stoneman Miriquidi“ zu bezwingen.

Das gelang Christian, Daniel, Sebastian alias Locke und Christfried damals eigentlich auch ganz gut. Aber war es genau genommen „nur“ die halbe Miete, weil es eben „nur“ ein Teil der offiziellen Strecke war. Gleichwohl 100km bei 2600hm für den gemeinen Flachländer mehr als ausreichend sind, um die eigenen Grenzen zu erreichen oder gar zu überschreiten. Andererseits konnte man das so auch nicht stehen lassen! Was soll man denn seinen Enkeln erzählen? Das man den Stoneman nur zur Hälfte gefahren ist? Und warum eigentlich nicht ganz…? Außerdem gibt es die begehrte Trophäe erst bei erfolgreicher Teilnahme über die gesamte Distanz. Bedeutet in Zahlen: 162km, 9 Gipfel, 4400 Höhenmeter und 2 Länder. Zeitlich kann man frei wählen. Es muss aber mindestens in 6 Tagen absolviert werden, kann aber auch an einem Tag versucht werden.

Letzteres ist Strecke Gold und ist ohne regelmäßiges Höhenmetertraining kaum machbar. In der Trainingsvorbereitung auf den Stoneman habe ich versucht sämtlich „Berge“ in und um Leipzig einzubauen. Allerdings können Bistumshöhe am Cossi und Scherbelberg nicht im Ansatz auf solch eine Tour vorbereiten. Selbst wenn ich den Fockeberg rauf und runter fahren würde, könnte er keine dreiviertelstündigen Anstiege wie z.B. am Keilberg simulieren. Hinzu kommen die speziellen Bodenbegebenheiten, die beispielweise am Rabenberg extra für den Mountainbike- Tourismus präpariert worden sind.

Also entschieden wir uns die Strecke in zwei Tagen zu fahren um auch noch bisschen Natur und Gemeinschaft genießen zu können. Das ist dann immerhin Strecke „Silber“ und klingt auch noch nach was. Außerdem sieht eine Trophäe mit silbernem Stein viel besser aus in der Vitrine ;-)

Diesmal sind wir zu fünft und in leicht veränderter Besetzung gestartet. Jona und ich starten quasi für Locke. Am ersten Berg riss prompt meine Kette. Christian hatte vorbildlicher Weise Kettennieter und Material mit dabei. Kurze Reparatur und erster Lehrsatz für den Flachländer: 1. Schalte nie bei 16% Steigung! Die erste Abfahrt hielt auch gleich den zweiten Lehrsatz parat. 2. Bremse nicht wie in der Stadt! Also quasi lässig mit insgesamt zwei Fingern. Ein Umgreifen ist teilweise gar nicht möglich und zwei Finger kommen an die absolute Belastungsgrenze im steilen Gelände…

Unten angekommen schon Lehrsatz Nummer 3 (Wow, soviel Lehrgeld in 20 Minuten). 3. Der „Holzmichl“ ist nett, weltoffen und hilfsbereit! Unser Erstkontakt mit einem Einheimischen war sehr angenehm. Insiderinfos und Gruppenfoto inklusive. Er freue sich über die Bike- Touristen aus den gesamten Bundesgebiet und dem Ausland. Und überhaupt sind an einigen Orten topausgestattete Versorgungsstationen eingerichtet. Neben Strom und Wasser fanden wir auch eine „Oase“ mit einem Telefon und Kühlschrank (voll mit Powerriegeln, Cola und alkfreien Hefeweizen) gegen eine kleine Spende des Vertrauens ist man im Geschäft!

Umso schwerer war es dann wieder loszufahren, vor allem wenn es wieder knackig nach oben geht…

Am Ende des Tages kamen wir in eine schöne Herberge in Tschechien (Danke an dieser Stelle an Christfried für die Orga!)und zu der vierten Erkenntnis: 4. Packe ein zweites Trikot ein! Zu mindestens wenn du nicht alleine reist…Neben einer gewissen olfaktorischen Sinneswahrnehmung, konnten man einen, ja, nennen wir es mal „Used Look“ dem getragenen Trikot nicht ausreden.

Am nächsten Tag ging es gut befrühstückt erst mal äußerst widerwillig aufs Rad. Nach einer Weile und dem ersten Berg kamen wir langsam in Tritt. Das „Highlight“ war sicherlich der höchste Punkt der Reise nämlich der Keilberg (Klinovec) mit 1244m Höhe( Achtung verstecktes Wortspiel).Nur war es alles andere als leicht…

Am Fichtelberg fand ich zu fünften Erkenntnis: 5. High End ist nicht immer Happy End! Also wenn ich eins nicht leiden kann, dann ist es, auf dem Fahrrad überholt zu werden. Ok, kommt vor, aber doch nicht von einem E-Bike und erst recht nicht am zweiten Tag an Berg 7 bei Kilometer 145 und nur noch auf Restreserven kurz vor dem Gipfel! Umso größer die Genugtuung, bei der folgenden Abfahrt mit derselben Leichtigkeit wieder am Lithium Ionen Akku-Mann vorbeizuziehen…

20 Kilometer vor dem Ziel eine ganz bittere Pille für Jona. Eine Abfahrt auf Schotter wurde für ihn in einer Kurve zum Verhängnis. Ein Sturz, ein völlig deformiertes Vorderrad und schon war die Reise für ihn zu Ende. Der Fahrradverleih im Tal konnte leider auch nicht helfen und so musste Jona leider abbrechen. Glück im Unglück und göttliche Bewahrung konnten aber größere menschliche „Schäden“ verhindern, sodass auch Dankbarkeit mitschwang.

Dennoch waren die letzten Kilometer etwas komisch und irgendwie mit einem Kloß im Hals. Die Kräfte waren nun endgültig aufgebraucht und der letzte Anstieg zum Pöhlberg, also da wo die Autos standen, hatte es nochmal ordentlich in sich. Es ging eine alte Bobbahn rauf und teilweise über 20%Prozent Anstieg. Und dabei hat man insgeheim gehofft, dass es sanfter hoch geht, obwohl jeder ganz genau wusste was kommen würde.

Zum Schluss bleiben viele schöne Erinnerungen und (landschaftliche) Eindrücke, eine tolle Gemeinschaft, geile Abfahrten, muskelzerreisende Anstiege, lustige aber auch bittere Momente und jede Menge Dankbarkeit! Außerdem sei erwähnt, dass die Strecke perfekt ausgeschildert war. Sowohl auf der Deutschen als auch auf der Tscheschichen Seite!

Zum Schluss noch ein letzter Lehrsatz: 6. Schlage zuerst den inneren Schweinehund KO, bevor du auf´s Rad steigst!

Bleibt noch zu erwähnen, dass wir Jona dann netter Weise noch abholt haben ;-) Er zeigte sich übrigens hochmotiviert, angriffslustig und will den Stoneman so schnell wie möglich nochmal bzw. komplett fahren!


Ausblick:

Bei den Abfahrten und in den Pausen haben wir über eine mögliche Teilnahme an der italienischen Version ausgetauscht, den „Stoneman- Dolomiti“ Na mal schauen…



#stonemanmiriquidi #sportvereindiakonie #mtb




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